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	<title>Leben und Sterben fÃ¼r AnfÃ¤nger</title>
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	<description>Ein Leitfaden fÃ¼r Einsteiger</description>
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		<title>Ist Wasser H2O?</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 13:07:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[AufsÃ¤tze]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man eine Ontologie schreiben will, muss das im Gegensatz zu landl&#228;ufiger Meinung kein dickes Buch ergeben, je nachdem wie viel man sagen kann oder wie viel zu sagen ist. Hier bezieht sich das â€žSagenk&#246;nnenâ€œ auf den Bereich des Seins (noch ganz unverf&#228;nglich gemeint), der dem Menschen erkennbar und aussprechbar ist, w&#228;hrend das â€žwie viel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man eine Ontologie schreiben will, muss das im Gegensatz zu landl&#228;ufiger Meinung kein dickes Buch ergeben, je nachdem wie viel man sagen kann oder wie viel zu sagen ist. Hier bezieht sich das â€žSagenk&#246;nnenâ€œ auf den Bereich des Seins (noch ganz unverf&#228;nglich gemeint), der dem Menschen erkennbar und aussprechbar ist, w&#228;hrend das â€žwie viel zu sagen istâ€œ ausdr&#252;cken soll, dass der Mensch vielleicht zu tiefer Seinserkenntnis bef&#228;higt ist, dass in diesen Tiefen aber nicht viel zu entdecken sein mag.</p>
<p>Irgendwie glauben Philosophen bei den grunds&#228;tzlichsten Fragen die meisten Worte machen zu m&#252;ssen, so als wenn bei einem Wolkenkratzer &#252;ber das Fundament mehr zu sagen w&#228;re, als &#252;ber die Etagen mit den B&#252;ros und Wohnungen, in denen sich das Leben abspielt. Das Fundament enth&#228;lt jedoch bestenfalls die Tiefgarage, in der die Menschen ankommen und von der sie wieder abreisen. Der gr&#246;&#223;te Teil der Werkstoffe jedoch wurde in all das verbaut, das oberirdisch ist â€“ in den Bereich des Lebens und seiner sozialen Verkn&#252;pfungen.</p>
<p>&#220;ber das Fundament ist auf der baustofflichen Seite am wenigsten zu sagen, au&#223;er, dass es von allen Teilen des Geb&#228;udes das am wenigsten Filigrane ist und den r&#228;umlich geringsten Anteil daran hat. Dennoch muss es die Last der gesamten Konstruktion tragen k&#246;nnen, und ohne das Fundament ist das gesamte Gebilde zum Einsturz verdammt.</p>
<p>Wenn wir &#252;ber das Sein sprechen, so sprechen wir &#252;ber das Fundament unseres Lebens â€“ ein Leben, das durchaus sehr gut und &#252;beraus reichhaltig funktioniert, auch ohne dass wir uns &#252;ber die Basis viele Gedanken machen m&#252;ssen. Es mag deshalb sein, dass eine Ontologie mit den wenigsten Worten aller Wissenschaften (auch hier noch ganz unverf&#228;nglich) auskommt, eben weil Seinsprinzipien den geringsten Teil unseres Lebens ausmachen und/oder weil deren Transzendenz uns am wenigsten &#252;berhaupt zu sagen erlaubt.</p>
<p>Ich habe bei zwei Begriffen einen Vorbehalt ge&#228;u&#223;ert, der sich darauf bezieht, diese Begriffe vorl&#228;ufig verwendet zu haben. Es h&#228;tten noch mehr sein k&#246;nnen: â€žMensch, Leben, Seinsverst&#228;ndnisâ€œ usw. Dies ist ein Problem, dem wir in der Grundlagenforschung mit als erstes begegnen. Alte Begriffe m&#252;ssen neu und sch&#228;rfer gefasst, oder neue Begriffe gefunden werden, um zu ad&#228;quaten Beschreibungen zu kommen. Auf dem Weg dorthin steht uns aber nur ein Instrument zur Verf&#252;gung â€“ n&#228;mlich das der Alltagssprache. Wir kommen nicht umhin, uns jenes Instrumentes fast unhinterfragt zu bedienen, dessen sch&#228;rfere Version wir zur Erreichung unseres Forschungszieles sp&#228;ter ben&#246;tigen.</p>
<p>Das Erste, das die â€žlinguistische Wendeâ€œ in den drei&#223;iger Jahren des 20. Jahrhunderts uns gebracht hat, ist die einfache Formel, dass alles, was wir denken und sagen in Begriffe und dass unsere â€žWeltâ€œ in Sprache gefasst ist. Wie leicht zu sehen, hat das weitreichende Konsequenzen. Sprache muss sich nicht nur um Genauigkeit im Hinblick auf die Beschreibung der Welt bem&#252;hen, sie muss die gleiche Sorgfalt auch auf sich selbst anwenden.</p>
<p>Hier sind wir Menschen wie Steinmetze, die all ihr Augenmerk auf Ihre Kunst zu richten haben, deren Kunst aber nicht zu Geltung kommt, wenn sie ihre Mei&#223;el und H&#228;mmer nicht pfleglich behandeln. Und wie der Steinmetz seine Instrumente vor der Arbeit am Werkst&#252;ck in Stand zu halten hat, so m&#252;ssen wir unsere Sprache geeignet machen und halten, um das Sein behauen und ihm dessen Geheimnisse entreissen zu k&#246;nnen. So wie Michelangelo meinte, die Figuren seinen schon im Stein enthalten und w&#252;rden von ihm nur aus ihrem Gef&#228;ngnis â€žbefreitâ€œ, so verstehen wir die Prinzipien des Seins als bereits in diesem Sein enthalten. Es gilt, diese Prinzipien mithilfe des bestm&#246;glichen Werkzeuges im bestm&#246;glichen Zustand herauszuarbeiten.</p>
<p>Nun muss die linguistische Philosophie mit einem Risiko leben. Wenn alles in der Sprache ist, und wir in der Lage sind, Worte definitorisch mit neuem Sinn zu belegen oder neue Worte zu erfinden, diese mit Sinn zu f&#252;llen, oder sogar leer zu lassen â€“ welches Kriterium haben wir dann, â€žSinn und Unsinnâ€œ voneinander zu unterscheiden? Uns bliebe nur die Sprache, wodurch wir in eine Aporie gerieten, wie wir sie auch aus anderen Bereichen der menschlichen Selbstreflektion kennen. Erkenntnis dessen, was Erkenntnis ist, Wissen &#252;ber das, was Wissen ist, das Sein des Seienden undÂ  Sprechen &#252;ber die Sprache â€“ das alles f&#252;hrt zu Widerspr&#252;chen, Paradoxien, logischen Zirkeln und infiniten Regressen.</p>
<p>F&#252;r Philosophen und deren interessiertes Publikum mag das eine Binsenweisheit sein â€“ f&#252;r den Menschen des Alltags sind solche Gedanken mitunter sehr problematisch. Oft liegt das weniger daran, dass diese Gedanken so schwer zu verstehen w&#228;ren, sondern eher daran, dass es so schwierig ist, sich auf diese Gedanken einlassen zu WOLLEN. Schlie&#223;lich untergraben sie das, was uns am vertrautesten ist â€“ die funktionierende, reichhaltige Welt, in der wir leben, lieben und sterben.</p>
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		<title>Hirn im Tank</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 17:11:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[AufsÃ¤tze]]></category>

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		<description><![CDATA[ich bin ein interessierter philosophischer Laie und habe Ihre Ausf&#252;hrungen zum Thema Gehirn im Tank mit gro&#223;er Spannung und Neugier gelesen. Gesto&#223;en bin ich auf das Problem durch Ihren Kollegen Wolfgang Welsch, dessen Vorlesungen â€žDie Philosophie nach 1945â€œ ich derzeit als H&#246;rbuch auf dem Weg zur Arbeit h&#246;re. Â Wie Sie selbst in Ihrem Aufsatz im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ich bin ein interessierter philosophischer Laie und habe Ihre Ausf&#252;hrungen zum Thema Gehirn im Tank mit gro&#223;er Spannung und Neugier gelesen. Gesto&#223;en bin ich auf das Problem durch Ihren Kollegen Wolfgang Welsch, dessen Vorlesungen â€žDie Philosophie nach 1945â€œ ich derzeit als H&#246;rbuch auf dem Weg zur Arbeit h&#246;re.</p>
<p>Â Wie Sie selbst in Ihrem Aufsatz im Humboldt-Spektrum 3/2005 war ich gar nicht sicher, ob ich den Beweis, oder wom&#246;glich sogar schon die Problemstellung richtig verstehe. Im Zuge meiner Internet-Recherche bin ich dann auf Ihre kleine Website gesto&#223;en. Ihrem o.a. Artikel geb&#252;hrt der Verdienst, mir das Problem zumindest verst&#228;ndlich gemacht zu habe, auch wenn Sie zun&#228;chst auf Crispin Wright verweisen. Aus dessen Neufassung des Gedankenexperimentes allein, w&#228;re es mir vermutlich nicht m&#246;glich gewesen, die folgende Gedanken zu entwickeln.</p>
<p>Â Um es &#252;bersichtlich zu halten, werde ich beim Tigerbeispiel bleiben.Â </p>
<p>Wie sie habe ich zuerst an entweder einen Taschenspielerkniff geglaubt oder einen ganz &#252;blen logischen Schnitzer, musste aber einsehen, dass es so einfach nicht ist. Augenblicklich ist mir noch nicht einmal klar, ob ich das Problem entschieden habe, wenn ich ein paar Einw&#228;nde vorbringe.</p>
<p>Ich m&#246;chte nicht hoffen, dass sie zu laienhaft sind und ebenso, dass ich nicht zu viel wiederhole, was schon andere ohne mein Wissen davon zu dem Thema gesagt haben.Â </p>
<p>Fangen wir an:</p>
<p>Â Sie erw&#228;hnen die erste Pr&#228;misse: In meiner Sprache bezeichnet das Wort â€žTigerâ€œ die Tiger.</p>
<p>Hier ist irgendwie schon ein Vorentscheid zu Gunsten des Allgemeinbegriffes getroffen. Das Wort bezeichnet ja nicht nur den oder die â€žTigerâ€œ schlechthin, sondern auch den konkreten Tiger, der mir im Zoo gegenw&#228;rtig ist.</p>
<p>Â Ich unterscheide drei F&#228;lle:Â </p>
<ol>
<li>den Allgemeinbegriff â€žTigerâ€œ</li>
<li>alle konkreten Tiger, von denen ich ein paar w&#228;hrend meines Lebens sehe</li>
<li>den Einzeltiger, der meinen Sinnen im Zoo gegeben istÂ </li>
</ol>
<p>Im ersten Fall erhalten wir einen Satz, der logisch wahr aber tautologisch ist. &#220;bersetzt hie&#223;e er:<br />
â€žDer BegriffÂ  Tiger bezeichnet den Begriff den ich von Tigern habe.â€œÂ </p>
<p>Im zweiten Fall erhalten wir einen Satz der Form:<br />
â€žDer Begriff Tiger bezeichnet eine Menge von Tigern, auf die sich schlie&#223;e, wenn ich mehr als einen Tiger konkret gesehen habe.</p>
<p>Â Im dritten Fall muss es hei&#223;en:<br />
â€žDer Begriff Tiger bezeichnet den sinnlich erfahrenen Tiger, dem ich im Zoo gegen&#252;berstehe.â€œ</p>
<p>Unterstellen wir mal, dass mein Gehirn im Tank die gleichen F&#228;higkeiten zu Begriffsbildung hat, wie mein vermutlich reales Hirn und dass der Tankverwalter meine â€žalteâ€œ Welt eins zu eins abbildet.</p>
<p>Das w&#252;rde bedeuten, dass mir der Computer den Sinneseindruck des Tigers mit dem entsprechenden Gewissheitsgef&#252;hl gibt, das ich auch vorher schon hatte. Zudem m&#252;sste ich unterstellen, dass mir alle Mitmenschen in der Simulation gegeben sind, mit allen sozialen Bindungen und eben auch allen sprachlichen Bef&#228;higungen und Inhalten, &#252;ber die ich auch real verf&#252;gte.Â </p>
<p>Man kann sich das zwar durchaus anders denken, aber dann w&#228;re es keine Simulation meines vermuteten realen Seins mehr, sondern etwas anderes.Â </p>
<p>Meinem Tankbewusstsein m&#252;sste also prinzipiell das vollst&#228;ndige Gesamtpaket gegeben sein, das zum Zeitpunkt meiner Ad Hoc-Versetzung in den Tank vorhanden war. Nicht nur mein â€žTigerbegriffâ€œ, oder â€žTigerbewusstseinâ€œ w&#228;ren gleich, sondern auch meine Sprache w&#228;re dieselbe, auch wenn sie sich nicht mehr auf reale Tiger bez&#246;ge, sofern ich welche â€žs&#228;heâ€œ.</p>
<p>.Erschwerend k&#228;me hinzu, dass im Falle einer Ad Hoc-Versetzung ja durchaus noch reale Tiger au&#223;erhalb des Tanks existieren, wodurch sich der lustige Fall erg&#228;be, dass ich mich zwar an reale Tiger nicht mehr erinnere und auf keine realen Tiger mehr treffe, mich wohl aber auf ein Ding beziehe, das insofern objektiv real w&#228;re, als es den Computerprogrammierer gen&#246;tigt h&#228;tte, es zum Zwecke der Deckungsgleichheit in meine Simulation einzubauen.</p>
<p>Â Nat&#252;rlich beweisen diese Gedanken, dass ich kein Gehirn im Tank bin und Putnam h&#228;tte Recht, sie widerlegen jedoch die Folgerung des Gedankenganges, das ich eine â€žandereâ€œ Sprache h&#228;tte. F&#252;r mich bliebe alles gleich. Paradoxerweise g&#228;be es in dem Fall eine Realit&#228;t, aber Putnams Aufweis einer Realit&#228;t kann &#252;ber die Problematik der Ad Hoc-Versetzung nicht erfolgen.</p>
<p>Schlie&#223;lich w&#228;re die reale Au&#223;enwelt inhaltlich ein Irrtum. Ich glaube mit Tigern in einer Prim&#228;rwelt zu sein, bin aber in einem Tank in der Prim&#228;rwelt mit eingebildeten Tigern statt echten.</p>
<p>Â Unterstellen wir nun, dass ich schon immer im Tank war und dass esÂ </p>
<p>a) nur den Tank, den Computer und den Programmierer g&#228;be:</p>
<p>hier sind Tiger nicht real existent. Sie sind lediglich Teil meiner computerbasierten Wirklichkeit. Letztlich w&#228;re aber alles ein koh&#228;rentes System. Wieder sind andere Mitsprecher vorhanden, eine Erinnerung an meine Sozialisation und meine Sprachbildung, wie auch die Sprache selbst. Auch wenn ich mich auf eine Tigersimulation beziehe, glaube ich an reale Tiger und an Menschen mit denen ich &#252;ber Tiger in genau der Sprache spreche, in der ich auch in meiner vermuteten Existenz spreche, wenn ich hier sitze und schreibe. Ich k&#246;nnte die gleiche Philosophie haben und die gleichen Gedanken. Nichts w&#228;re anders.</p>
<p>Â b) zwar einen Tank g&#228;be, einen Computer und einen Programmierer, diese aber in einer Welt leben, in der es Tiger gibt. Das w&#252;rde bedeuten, dass sich wieder in einem koh&#228;renten System w&#228;re, mich mit meinem Tigerbegriff aber f&#252;r den Programmierer auch auf Tiger au&#223;erhalb beziehe, weil meine Tiger REAL nicht einfach simulierte Raubtiere sind, sondern simulierte Raubtiere, die einem realen Vorbild nachempfunden sind. Wie man es aber auch dreht, auch hier blieb alles koh&#228;rent und wir w&#228;ren wieder beim paradoxen Fall der Ad Hoc-Versetzung: Putnam h&#228;tte Recht, aber der Beweis ist unsauber.</p>
<p>Â Gehen wir nun davon aus, dass dieser paradoxer Beweis von Putnam so gewollt ist. Es g&#228;be also keinen Be-weis, aber eben daraus einen Auf-weis der Realit&#228;t einer Au&#223;enwelt, wenn auch nicht der Au&#223;enwelt, an die sich auf naiver Ebene glaube.Â </p>
<p>In beiden F&#228;llen von Welten, die reale Tiger kennen, gibt es eine reale Au&#223;enwelt, aber ich bin und bleibe im Tank, und Putnam k&#246;nnte nur dann Recht haben, wenn ich Bewusstsein von meiner Tankexistenz h&#228;tte.</p>
<p>Â Wirklich interessant ist nur der Fall, in dem es keine Tiger, keine Erde und keine Menschen g&#228;be. Es w&#228;re n&#228;mlich sehr die Frage, wie der Programmierer auf die Idee k&#228;me, Tiger zu simulieren, wenn er gar keine â€žkennenâ€œ kann. Wenn er selbst wom&#246;glich noch ein k&#246;rperloser Geist w&#228;re, k&#246;nnte er vielleicht noch nicht einmal einen Tiger aus Beinen und Bauch und Schwanz und Maul und mit gestreiftem Fell â€žbauenâ€œ, weil er diese K&#246;rperteile und den Gehalt von â€žgestreiftâ€œ nicht kennt. Bliebe also noch der Fall der Sch&#246;pfung: Der Programmierer ist Gott, und einer Antinomie k&#246;nnen wir nur entgehen, wenn wir diesen Gott als den denken, den uns die Kirche glauben macht.</p>
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		<title>Der Anfang</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 06:50:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[AufsÃ¤tze]]></category>

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		<description><![CDATA[Fragt man sich heutzutage, ob Metaphysik noch m&#246;glich ist, so muss man sich zun&#228;chst fragen, ob Philosophie &#252;berhaupt noch sinnvoll ist. Bejaht man das zweite prinzipiell, gilt es zu zeigen, in welcher Form und in welchen Rahmen Philosophie heute noch einen Sinn haben kann. Zu weit sind die Naturwissenschaften in den letzten Jahrzehnten ins Land [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fragt man sich heutzutage, ob Metaphysik noch m&#246;glich ist, so muss man sich zun&#228;chst fragen, ob Philosophie &#252;berhaupt noch sinnvoll ist. Bejaht man das zweite prinzipiell, gilt es zu zeigen, in welcher Form und in welchen Rahmen Philosophie heute noch einen Sinn haben kann. Zu weit sind die Naturwissenschaften in den letzten Jahrzehnten ins Land der Weisheit eingedrungen und haben Landstrich f&#252;r Landstrich in Besitz genommen. Viele Fragen, die noch vor wenigen Jahren in der S&#228;ulenhalle der Philosophie gestellt wurden, sind heute durch die Mikroskope der Naturwissenschaften scheinbar zufriedenstellend beantwortet worden, und viele Antworten der Philosophen sind offenbar durch die Realwissenschaften widerlegt.</p>
<p style="line-height: 0.49cm; margin-right: 1cm;">Da, wo Philosophie ihre Fragen noch in Konkurrenz oder auch Kooperation mit den Naturforschern stellt, wird der Korridor des durch sie Behauptbaren immer schmaler. Es scheint, dass ihr nur noch eine ethische oder wissenschaftstheoretische Begleitfunktion zukommen kann. Unangefochten ist die Philosophie auch nicht mehr im Kreise der Geisteswissenschaften. Die Psychologie, die Sozialwissenschaften und die Politologie haben die bisherigen Erkenntnisse der Philosophen integriert, und verbannen diese heute mit ihren Methoden des Messens und Z&#228;hlens aus ihrem Reich. Was da bleibt, ist auch hier bestenfalls noch von metatheoretischer Bedeutung.</p>
<p style="line-height: 0.49cm;">Welchen Platz kann die Philosophie noch beanspruchen, wenn die Linguistik zunehmend den Kontakt zur Sprachphilosophie verliert, und wenn vor allem die altehrw&#252;rdige Logik heutzutage eher ein mathematisches, als ein philosophisches Gepr&#228;ge hat? Zus&#228;tzlich fehlen selbst der Ethik zunehmend philosophische und religi&#246;se Grundlagen, um wie fr&#252;her zu mehr oder minder verbindlichen Handlungsmaximen zu gelangen. Die Natur- und Geisteswissenschaften liefern immer mehr Wissensstoff, der auf eine objektive Wahlfreiheit des Menschen in einer wertfreien Weltnatur hindeutet.<br />
Damit leistet die moderne Wissenschaft einem ethischen Pragmatismus Vorschub, der ihren Forschungsergebnissen bestenfalls noch eine modernisierte und verkomplizierte Form des kategorischen Imperativs &#252;berst&#252;lpt.</p>
<p>Wenn schlie&#223;lich noch die Neurowissenschaften Geist und Bewusstsein, den freien Willen und alle innerpsychischen Vorg&#228;nge exklusiv zum Gegenstand ihrer Arbeit erkl&#228;ren, f&#228;llt eine weitere Bastion des â€žalten Denkensâ€œ der m&#228;chtigen Bugwelle neuzeitlicher Wissenschaftlichkeit zum Opfer. Traditionelle philosophische Probleme, wie die Frage nach dem Ich, dem Leib-Seele-Problem und Fragen der Erkenntnistheorie werden von der Neurologie im Verbund mit der Biologie vereinnahmt. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass selbst die Psychologie gegen&#252;ber dem modernen Menschmaschinen-Modell einen schweren Stand zu haben scheint.</p>
<p style="line-height: 0.49cm;">Wo also ist der Platz der Philosophie? Soll sie sich in wissenschaftstheoretischen Er&#246;rterungen ersch&#246;pfen, wie es der logische Empirismus verlangt? Muss sie sich auf Besinnlichkeit beschr&#228;nken, wie Heidegger angesichts der zunehmenden Technisierung der Welt glaubte? Sollte sie sich an die Sozialwissenschaft ketten, um eine Ethik gegr&#252;ndet auf deren wissenschaftliche Resultate zu entwickeln? Hat sie in Fragen, die Welt, deren Gepr&#228;ge, Anfang und Ende betreffend, &#252;berhaupt noch etwas zu sagen?</p>
<p style="line-height: 0.49cm;">Wenn man Wittgenstein folgt, der im Tractatus verlangt, nur noch das zu sagen, was sich klar und deutlich sagen l&#228;sst â€“ muss dann die Philosophie nicht notwendig verstummen?<br />
Und wenn nicht: darf man es noch wagen, sich den gro&#223;en Fragen der Ontologie und Metaphysik zu stellen, ohne sich der L&#228;cherlichkeit preiszugeben?</p>
<p style="line-height: 0.49cm;">Â </p>
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		<title>Teleologie oder Zufall?</title>
		<link>http://www.wesenderwelt.de/2010/11/teleologie-oder-zufall/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 12:19:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[AufsÃ¤tze]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kleines Buch hat mich in meiner Jugend besonders beeindruckt. â€žZufall und Notwendigkeitâ€œ von Jacques Monod, Nobelpreistr&#228;ger f&#252;r Medizin von 1965. In diesem B&#252;chlein von knapp 170 Seiten stellte er sich den philosophischen Fragen der modernen Biologie. Als das Buch 1970 in Paris erschien, deutete sich die eigentliche Explosion des molekularbiologischen Wissens, vor allem im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kleines Buch hat mich in meiner Jugend besonders beeindruckt. â€žZufall und Notwendigkeitâ€œ von Jacques Monod, Nobelpreistr&#228;ger f&#252;r Medizin von 1965. In diesem B&#252;chlein von knapp 170 Seiten stellte er sich den philosophischen Fragen der modernen Biologie. Als das Buch 1970 in Paris erschien, deutete sich die eigentliche Explosion des molekularbiologischen Wissens, vor allem im Hinblick auf die Genetik. gerade erst an. Bahnbrechende Forschungen hatte es nat&#252;rlich bereits gegeben, aber die technischen M&#246;glichkeiten der heutigen, durch die Wirtschaft gesponserten â€žHonorarforschungâ€œ waren noch sph&#228;rische Zukunftsmusik am Horizont.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Doch hatten die Forscher der Biologie, der Teilchenphysyik und der Neurowissenschaften vor allem eines erreicht, n&#228;mlich das alte Menschenbild zu ersch&#252;ttern und einiges von dem, was Philosophen bis dahin fast unwidersprochen behaupten konnten, endg&#252;ltig zu widerlegen. Der Korridor dessen, was Philosophen &#252;ber den Menschen und die Natur mit Recht sagen konnten, wurde zunehmend enger, w&#228;hrend gleicherma&#223;en neue Fragen diesen Korridor zu verstopfen drohten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Fast schien es, als w&#252;rde sich der Wunsch Carnaps und der logischen Positivisten erf&#252;llen, nach dem die Philosophie den Naturwissenschaften ihre alten Weidegr&#252;nde abzutreten hatte. Nat&#252;rlich hatte es dies Entwicklung vor allem seit der Aufkl&#228;rung schon immer gegeben, aber die Dynamik mit der die Wissenschaft in der zweiten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts voran strebte war von atemberaubender Rasanz. Es wurden nicht mehr nur einfach neue Erkenntnisse &#252;ber die Natur, und darin die biologische Natur des Menschen, gewonnen, sondern man gelangte zu Einsichten, die in zweierlei Hinsicht bedenklich waren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zum einen waren sie bedenklich, weil die Forschung zu Ergebnissen gelangt war, die zu einer radikalen Umdeutung bisheriger, f&#252;r sicher geglaubter philosophischer Wahrheiten, zu zwingen schien. Zum zweiten war absehbar, dass nicht nur die Eckpfeiler menschlicher Existenz in Frage gestellt waren, sondern auch, dass die Wissenschaft den Menschen nicht mehr nur umdeuten wollte, sondern dass sie auch zunehmend Mittel in die Hand bekam, den Menschen ebenso radikal umzubilden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Doch noch waren die neuen ethischen Fragen nicht wirklich akut. Zwar wurden sie schon in Ans&#228;tzen diskutiert, aber wirklich vordringlich waren sie noch nicht. Die Philosophie hatte noch zu viel mit den Umw&#228;lzungen des Wissens zu tun, als dass sie sich ausgiebig mit z.B. den ethischen Fragen der Genforschung h&#228;tte besch&#228;ftigen wollen. Die â€žAltenâ€œ konnten nicht mehr, und die â€žJungenâ€œ wollten noch nicht auf den neuen Zug aufspringen. Wie schon Habermas bemerkte, hatte sich sich das Expertenwissen zunehmend vom Wissen des Normalsterblichen entfernt und strebte weiter fort.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wer als Philosoph dieser Explosion des Expertenwissens nicht folgen konnte oder wollte, blieb zur&#252;ck. Er konnte zwar weiter philosophieren, wurde aber nur noch insofern wahr- und ernst genommen, als er den modernen Naturwissenschaften nicht in die Quere kam. Und so schien es kein Wunder, dass die Naturwissenschaftler selbst die weltanschauliche L&#252;cke f&#252;llen wollten, die die Philosophie nicht zu f&#252;llen in der Lage schien. Allerdings zeigte sich, dass den Biologen, Chemikern und Physikern etwas anderes fehlte, als den Philosophen â€“ n&#228;mlich die F&#228;higkeit, ernsthafte, sich selbst hinterfragende Metatheorie zu betreiben. Die Philosophie hatte noch nicht ausgespielt, auch wennÂ ihre Spieler angeschlagen am Spielfeldrand lagen und sich verarzten lie&#223;en, um sp&#228;terÂ erstarkt wieder in die Manege zu treten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dennoch musste sich die Philosophie, zumindest im Dunstkreis der Naturwissenschaft, wieder einmal umstellen. Die Philosophen hatten einer Bewegung zu folgen, die ihre naturwissenschaftlichen Kollegen schon l&#228;ngst vollzogen hatten.Â Es galt,Â sich zunehmend zu spezialisieren. W&#228;hrend fr&#252;her der Philosoph auch Biologe war (oder umgekehrt), blieb ihm sp&#228;ter (neben den anderen philosophischen Feldern) die Biologie nur noch als Gegenstand des weltanschaulichen Denkens. Durch die neuerliche Potenzierung des Gewussten und Wissbaren blieb den Denkern nunmehr nichts anderes &#252;brig, als sich sowohl im Hinblick auf die philosophische Disziplin, als auch im naturwissenschaftlichen Gegenstand ihres Denkens zu bescheiden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wo man fr&#252;her alle Naturwissenschaften in den Fokus nehmen und philosophisch interdisziplin&#228;r bearbeiten konnte, zwang die Wissenszunahme nunmehr dazu, sich mehr oder minder auf eine naturwissenschaftliche Disziplin zu beschr&#228;nken, bei der man sich bem&#252;hte, mit den Erkenntnissen der Forschung mitzuhalten. Heute gibt es mitunter Spezialisten f&#252;r medizinische und biologische Ethik, deren haupts&#228;chliches Forschungsinteresse nur noch einer Naturwissenschaft und einer dies bzgl. (hier der ethischen) philosophischen Disziplin gilt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In der damaligen Aufbruchstimmung kam Monods Buch gerade zur rechten Zeit. Ich hatteÂ seinerzeit erst begonnen, mich mit Philosophie zu besch&#228;ftigen und mein besonderes Interesse fiel auf die Teile des Werkes, die sich mit der Theorie der Evolution auseinander setzten. Dabei war ich weniger an den Fragen der Auslese interessiert, die viele andere so spannend fanden, weil sie Begriffe, weil sie z.B. von Begriffen â€žKampf ums Daseinâ€œ, oder â€ž&#220;berleben des St&#228;rkerenâ€œ fasziniert waren.<br />
Mich interessierte eher der im Buch deutlich thematisierte Gedanke, dass die Natur im Hinblick auf Mutationen blind herum experimentiert,Â wobei dieser irgendwie blinde Aktionismus aber zu Ergebnissen f&#252;hrt, denen wir Menschen eine Art Zielgerichtetheit vom Einfachen zum Komplexen und vom Niederen zum H&#246;heren unterstellen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Verd&#228;chtig am teleologischen Theorem erschien mir schon damals, dass der Mensch, der eine h&#246;here Komplexit&#228;t und einen h&#246;heren Status von sich behauptete, selbst die Kriterien f&#252;r diese Minder- und H&#246;herwertigkeit bestimmte. Das schien mir ein Zirkelschluss zu sein. Ich w&#252;rde nat&#252;rlich nicht so weit gehen zu behaupten, dass eine Am&#246;be objektiv den gleichen Komplexit&#228;tsgrad wie ein Homo Sapiens hat. Wenn ich mir jedoch ein Wesen d&#228;chte, das das Wunder des Lebens danach beurteilt, mit wie wenig Voraussetzungen Leben m&#246;glich ist, dann k&#246;nnte dieses Wesen zu dem Schluss gelangen, dass die Am&#246;be weitaus effektiver als der Mensch ist. Schlie&#223;lich schafft sie mit einer Zelle, wof&#252;r der Mensch millionen ben&#246;tigt. Insofern schien die Evolution also eher zu einer Regression gef&#252;hrt zu haben, statt zu einem Fortschritt.</p>
<p>Was dem Menschen subjektiv selbstverst&#228;ndlich anmutet, muss es im Hinblick auf andere subjektive M&#246;glichkeiten, also objektiv nicht unbedingt sein. Es w&#228;re zu kl&#228;ren, inwiefern der typisch menschliche Blickwinkel und eine gewisse Parteilichkeit das Urteil &#252;ber die Zielgerichtetheit der Evolution beeinflussten. Wenn uns die Intuition kein objektives Ergebnis liefert, weil wir als Menschen nicht so einfach einen Platz au&#223;erhalb des Menschseins an- und einnehmen k&#246;nnen, m&#252;ssen wir eben &#252;berlegen, wie der menschlich-subjektive Standpunkt zu w&#228;hlen ist. Wenn Objektivit&#228;t per se nicht zu erreichen scheint, sollte der subjektive Ausgangsort zumindest relativ frei von pro-menschlichen Vorurteilen bleiben.</p>
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		<title>Gesch&#252;tzt: &#220;ber dieses Buch</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 07:33:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Sterben für Anfänger]]></category>

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		<title>Gesch&#252;tzt: 1. Lebenswege (in Redaktion)</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 16:14:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Sterben für Anfänger]]></category>

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